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Der perfekte Camargue-Tag

 

Er fängt im Herzen der Camargue an, in Saintes Maries. Wir versuchen diesmal gar nicht mit der Fähre überzusetzen, sondern fahren direkt über die kleine Rhône, wir parken auf dem großen Parkplatz am Stadtrand. Von hier aus machen wir uns auf den Weg zur Arena. Vielleicht möchte jemand zu meinen Bildern die Coupo Santo, die Hymne der Provence von Frédéric Mistral, hören. Das ist allerdings eine sehr schnelle Version, dafür aber mit Text und Übersetzung ins Französische.

Es ist schon viel los davor, zunächst mal fragen wir, ob wir hinein dürfen, ja, es ist offen und wir sollen eintreten. Wir gehen einmal halb rum und sitzen gegenüber des Eingangs und der Presidence. 

Der Grund: Li Festo Vierginenco, dieses Jahr schon zum 107. Mal

Wir warten also mittags um 12 in der Arena der Dinge die da kommen. Und nicht nur wir...

Ahhh, da tut sich doch was.

Überall sieht man wunderschöne Kostüme.

Der Geistliche ist auch schon eingetroffen

Und stärken muss man sich selbst im schönsten Kostüm zwischendurch mal.

Diese drei gefielen mir besonders gut.

Schäfer rechts, Hebamme links und ich kann nicht erkennen was in dem Korb ist, drum weiß ich nicht, was die Dame in der Mitte darstellt. Schade.

Aber nun geht es los, das Abrivado erreicht die Arena.

Alle sind im Sonntagsstaat.

So, die Stiere kommen erst mal in den Toril.

Die Gardians postieren sich.

Und es kommen noch ein paar dazu.

Sind die Pferde nicht wunderschön?

Diese Sättel sind nicht nur schön, sondern auch bequem.

Und hier rutscht man auch nicht so leicht raus.

Nun, da die Tür wieder zu ist, dürfen auch die Stiere wieder in die Arena und sie erhalten vom Pfarrer den Segen.

Dann dürfen sie wieder gehen.

Nun wird es aber Zeit für die Mädchen mit ihren Patinnen. 

Natürlich gibt es auch Musik zum Einmarsch.

Ein Kleid ist schöner als das andere.

Als dann alle Mädchen und Frauen versammelt sind, geht es weiter. Was kommt denn wohl aus dem LKW? Die werden ja wohl keine Stiere auf die Arlésiennes los lassen...

Nicht so schüchtern...

Oh wie schön, da sind sogar Fohlen bei.

Sie werden dunkel geboren und werden erst mit der Zeit weiß.

Ach es ist ja so aufregend. Und was hilft zur Beruhigung? Natürlich die Mama, mit Milch klappt das immer, wie bei kleinen Kindern. 

Ich finde das alles so faszinierend und achte nicht mehr auf die gesprochenen Worte und verpasse so natürlich für den Segnung der Pferde aufzustehen.

Es ist einfach berwegend hier mitten zwischen den Traditionen zu sein.

Nun folgt die Vorstellung der Mädchen und es gibt noch ein paar Auszeichnungen.

Die Pferde interessiert das nicht.

Genauso schön wie die Kostüme der Arlésienne finde ich ihre Schirme.

Aufstellen fürs Gruppenfoto.

Interessant finde ich auch die Art, mit der die Kleider gehalten werden.

Ich kann schon verstehen, dass es Stunden dauert, bis man angezogen ist und die Haare hochgesteckt sind usw. 

Wir laufen wieder zurück zum Parkplatz und fahren Richtung Arles um nach Méjanes zu gelangen.

Ich möchte gerne mal wieder hoch zu Ross die Camargue sehen, Pascal möchte auch noch mal Ponyreiten und Dominique Eisenbahn fahren. Also kaufe ich mir ein Ticket und die Männer fahren während der Stunde mit der Eisenbahn.

Nachdem die Pferde verteilt wurden, ging es los. Ich dachte es wird einfach nur ein Ritt durch die Gegend, aber die Vorreiterin erklärte alles und beantwortete geduldig alle Fragen. Sogar die Frage welches Anti-Mückenzeug sie benutzt. *g* Mücken gab es wirklich genug, ich war zwar eingesprüht aber dennoch kam ich um zwei, drei Stiche nicht herum. 

Weil es auch sehr viele Libellen gab waren Reiter und Pferde ständig damit beschäftigt sich zu schütteln oder um sich zu hauen. 

Von hier oben hat man einen schönen Blick auf die Reis- und sonstige Felder.

Wir waren noch nicht am Vaccarès angekommen, da mussten wir schon anhalten, denn ein Gardian trieb gerade seine Stiere von einer auf die andere Weide. Live-Abrivado ungestellt, allerdings war es ganz modern mit Auto, wir warteten in sicherem Abstand. Ein Stückchen weiter kamen wir noch an einer Herde Kühe mit ihren Kälbern vorbei, zum Glück war hier ein Zaun dazwischen. Am See angekommen, erreichte die Zahl der Libellen ihren Höhepunkt, so wahnsinnig viele Libellen habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen, wir sahen auch viele Flamingos und unglaublich viele Vögel, deren französische Namen ich mir aber nicht merken konnte.

Mal wieder bin ich einfach nur beeindruckt von dieser wunderschönen Landschaft, vor allem hier, wo keine Autos hinkommen, die da nix zu suchen haben.

Okay, das ist jetzt doch ein wenig verwackelt, ich lass es trotzdem da, weil ich den Baum so mag...

Nachdem ich wieder zurück war, durfte Pascal noch eine Runde auf dem Pony, mit dem sinnvollen Namen "Kinder" drehen und ich konnte mal Fotos machen.

Unglaublich wie viel Reis überall wächst.

Tamarisken sind eindeutig meine Lieblingsbäume, noch vor den Olivenbäumen. Sie sind so urig, wachsen nicht einfach nur gerade nach oben und haben doch kleine zartrosa Blüten.

Einer der vielen Gräben mit ein paar der gefühlten millionen Libellen.

Ich liebe diese Landschaft mit ihren Gewächsen, sie ist nicht einfach "grün" oder "braun", sie ist kunterbunt und leuchtend, selbst wenn es regnet...

Da wir den Kindern ja versprochen haben mit der Fähre zu fahren, machen wir den kleinen Umweg und gucken ob es einen Platz für uns gibt. Für den Fall, dass schon zu viele Autos da standen hatten wir ausgemacht, dass einer mit den Kindern zu Fuß auf die Fähre geht und der andere mit dem Auto rumfährt. Aber es reichte und wir konnte alle samt Auto übersetzen.

Ich kann es ja nicht lassen. Aber gibt es einen schöneren Abschluß eines perfekten Tages, als einen wundervollen Coucher du soleil

Nach diesem wunderschönen perfekten Camargue-Tag folgen ein paar wunderschöne perfekte Strandtage.

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